Ulf Poschardt:
“Ne, ne, vierstellig. Das kommt ja durch diesen Subframe, also beim Ferrari 355 ist es teurer als beim Testarossa. Und du informierst dich natürlich auch immer. Also ich meine, wenn du jetzt nicht in Geld schwimmst, dann musst du einfach die Haltungskosten im Blick haben.
Es war total rührend: Als ich zum ersten Mal beim Testarossa den Zahnriemen machen musste, da musste ich auch die Kupplung machen. Und der alte Meister bei Ferrari, der das Auto kennt, seit es auf dem Markt war, der hat mich angerufen: „Also wenn sie ihr Auto mal sehen wollen, wie es aussieht, wenn man Motor und Getriebe und alles raus holt, dann kommt sie jetzt mal vorbei.“ Und das fand ich so nett, weil ich war halt sehr jung und die haben so gemerkt, das ist kein Typ, der im Geld schwimmt, wie die Immobilien- und Investment- und Venture-Jungs, sondern der spart sich das echt vom Mund ab, weil er es so liebt. Und dann bin ich da reingekommen und dann hing er da oben. Und du siehst, das ist praktisch wie im Rennwagen, da ist dann nur noch der Rahmen übrig.
Also: Ferrari fahren ist echt teuer. Ferrari fahren ist aber nicht so teuer wie alle denken, wenn du alle Tassen im Schrank hast. Es fängt ja schon damit an: Kauf ein vernünftiges Auto. Kauf ein Auto, wo du die Geschichte kennst. Kauf ein Auto, das gut geserviced ist. Ich habe bei Porsche mal richtig daneben gegriffen. Ich bin echt de facto betrogen worden, muss man sagen. Sonst habe ich immer gut gekauft. Und ich kaufe mir keinen Ferrari, ohne nicht so einen echten Nerd da drauf gucken zu lassen. In der Ferrari Welt gibt es richtig schlimme Leute. Und gerade wenn du auf Vintage stehst: Geschichte ist wichtig, Serviceheft ist wichtig. Und dadurch kann man es eigentlich eingrenzen. Das Risiko bei Oldtimern bleibt immer. Aber du kannst die Gefahrenzone gut eingrenzen. Und da muss man halt auch die Preisentwicklungen angucken. Dann weiß man: Jetzt ist ein guter Kaufpunkt. Als ich den Testarossa kaufte, war er schon nicht mehr so billig, aber noch irgendwie erschwinglich. Und jetzt marschieren die Preise ja auch nach oben. Also besonders die frühen Modelle mit Monodado und Monospecchio. Und auch die 512 TR sind richtig brutal nach oben gegangen. Ich finde aber immer noch, dass der Ferrari Testarossa unterbewertet ist für die ikonische Bedeutung, die er hat.”