Alf Cremers im Interview über den Jaguar XJ


In dieser Folge gehts’s um DIE Limousine von Jaguar, um den klassischen XJ, der von 1968 bis 1992 gebaut wurde. Eine halbe Ewigkeit also. Und für ein so epochemachendes Fahrzeug brauchen wir natürlich jemanden, der es bis in kleinste Detail kennt. Und das kann eigentlich nur Alf Cremers sein. Der Mann also, der Monat für Monat die Magazinseiten von Motor Klassik und Youngtimer füllt. Und sich gern auf den Kiesplätzen dieser Republik herumtreibt, um unterschätzte, übersehene oder einfach vergessene Autos für uns alle aufzutreiben. Vor allem aber kennt Alf Cremers die Geschichte von Jaguar und die Geschichte des XJ in jedem Detail. Diese Folge von Motorikonen ist in drei Teilen erschienen.

„EIN FRÜHER JAGUAR XJ PROSPEKT, QUERFORMAT, ROTES AUTO, HAT MICH ALS JUNGER KERL TOTAL ANGEFIXT.“


Autojournalist Alf Cremers

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Alf Cremers über den Jaguar XJ (PREVIEW).

Von der Premiere des allerersten Jaguar XJ der Serie I im Jahr 1968 bis zum gebrauchten Daimler Double Six der Serie III: Alf Cremers und ich sezieren die Historie der klassischen Jaguar Limousine. Unten ein kleiner Auszug.

Der Jaguar XJ 12, hier ein Serie III Modell
Marke Motoerikonen: Im Jahr 1972 kam ja der 5,3 Liter V12 Im Jaguar XJ und im Daimler Double Six, der Motor, der vorher schon im E-Type debütiert hatte. Wieso hat man den eigentlich gebraucht? Denn der 4,2 Sechszylinder war ja eigentlich eine tolle Maschine. Oder ging es ums Prestige? 
Alf Cremers: Ich glaube, es ging um Prestige, aber auch um Ehrgeiz. Jaguar ist ja eine Marke gewesen, die hoch angesiedelt war. Sie haben Ferrari im Visier gehabt, auf jeden Fall. Und auch italienische Motorenbaukunst. Hinzu kommt die Rennsportaktivität in Le Mans, das darf man nicht vergessen. Und der Zwölfzylinder war ja ursprünglich für Le Mans konzipiert, in einem Le Mans tauglichen Rennsportwagen, dem XJ13. Und man wollte abräumen.
Leider wurde das Projekt dann doch nicht weiterverfolgt. Übrig blieb am Ende nur sein V12-Motor. Der war also da, der lief, war aber etwas aufwendiger konstruiert. Unter anderem mit zwei obenliegenden Nockenwellen pro Zylinderbank. Und das hat man ihm dann später aus Kostengründen aberzogen, sodass ein bisschen die Drehfreude gelitten hat. Und damit natürlich auch die, wie soll ich sagen, die konstruktive Brillanz. Aber der Lyons wird seinen Grund gehabt haben. Immerhin hat man gesagt, den werfen wir jetzt nicht weg. Wir haben ihn schon. Und wenn wir an Luxuslimousinen und Luxussportwagen denken, auch an den US-Markt, dann haben wir hier eine Trumpfkarte, die wir spielen sollten. Deswegen kam der V12 dann im E-Type zuerst und dann später auch in der XJ Limousine.
Marke Motoerikonen: Als Coupé wurde der Jaguar XJ von 1973 bis 1977 gebaut. Was war denn da die Idee? Dass man schlechter hinten reinkommt? Oder sollte der eine Lücke füllen? Denn der E-Type lief ja aus und der XJS war noch nicht da.
Alf Cremers: Also viele verehren diesen Wagen ja total und sagen, er sei der schönste Jaguar XJ aller Zeiten, das Coupé. Mich spricht das Auto nicht so an. Ich finde, der kürzere Radstand bekommt ihm nicht so.
Und er ist irgendwie so ein Zwitter-Modell. Kam parallel zur Serie II im Jahr 1973 raus. Wurde nicht lange gebaut, um den XJS nicht zu gefährden wahrscheinlich. Also es ist nicht mein Wunschauto. Und wenn man es jetzt ästhetisch sieht: Man kann es leicht begründen, man kann leicht sagen, Mensch, das ist doch der schönste XJ. Finde ich nicht. Ich würde auch den Mehrpreis dafür nicht zahlen wollen. Vielleicht ist es dieser Hauch mehr Unvernunft, der das XJ Coupé noch etwas snobistischer macht. Voll versenkbare Seitenscheiben, das ist natürlich auch eine Qualität an sich. Aber nee, mir ist die Limousine lieber. Punkt.